archiv_muenster_linksunten

das uwz-archiv ging dieses jahr nach duisburg, dort wird es dem afas (archiv für alternatives schrifttum) angegliedert #### einige überreste des uwz-archivs sind in münster verblieben, daraus entsteht nun das ‚archiv_muenster_linksunten‘ #### es ist seit einigen monaten aufgebaut im linken infoladen ‚krachtz‘, nieberdingsstraße 8, 48155 münster #### nutzt das archiv und bringt materialien vorbei, wenn ihr welche habt

Was ist das Archiv, was ist hier zu finden?

Das ‚archiv_muenster_linksunten‘ ist das Archiv der emanzipatorischen sozialen Bewegungen Münsters, einer politischen Praxis unabhängig von Parteien und außerhalb der Parlamente oder anderer staatlicher Organisationen. Hier werden verschiedenste Materialien der Bewegung aus Theorie und Praxis (Plakate, Flyer, Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Bücher, Positionspapiere, Fotos, Radiosendungen …) gesammelt. Thematische Schwerpunkte sind: Antiatom, Antifaschismus, Antikapitalismus, Antimilitarismus, Antirassismus, Antirepression, Feminismus, Freiräume, Häuserkämpfe, Internationalismus, Ökologie, Stadtumstrukturierung (Gentrifizierung) … Neben den Materialien mit einem Bezug zu Münster, finden sich auch eine Reihe linker Zeitschriften und Broschüren aus anderen Städten oder überregionalen / bundesweiten / globalen Zusammenhängen.

Warum ein Archiv?

Überlieferte Geschichte ist die Geschichte der Herrschenden. Die Geschichte der Unterdrückten, Marginalisierten und Widerständigen wird meist vergessen. In zahlreichen Städten gibt es Archive, um dazu beizutragen, dass eben diese Geschichte erhalten bleibt. Dadurch soll zum einen deutlich werden, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse umkämpft sind und umkämpft bleiben. Auch wenn Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus etc. allgegenwärtig sind, ist das Wissen um den Kampf dagegen und dessen kleine Erfolge von Bedeutung. Zum anderen ist für die heutige linke und linksradikale politische Praxis von Vorteil, die eigene Geschichte zu kennen, um aus Fehlern zu lernen und sich inspirieren zu lassen.

Das ‚archiv_muenster_linksunten‘ versteht sich daher in erster Linie als ein Archiv für die Bewegung. Wenn Wissenschaft, die sich den Bewegungen solidarisch gegenüber versteht, auch ein Interesse daran hat, ist das auch schön, aber eben nicht oberste Motivation.

Geschichte des Archivs

Das Archiv ist aus dem ‚UWZ-Archiv‘ entstanden und ist momentan quasi ein Reste-Archiv dessen. Das ‚UWZ-Archiv‘ bestand seit den 1980er Jahren im ‚Umweltzentrum‘ (UWZ) bzw. dem ‚Don Quijote‘ und wurde Anfang 2011 in die Obhut des ‚afas‘ (Archiv für alternatives Schrifttum) in Duisburg übergeben. Gründe dafür waren, dass die Räumlichkeiten von der Raumfeuchtigkeit her nicht unbedingt optimal waren und zudem vom Don Quijote gerne anderweitig genutzt werden wollten. Schon 2004, als das UWZ abgewickelt wurde, sollte das Archiv umziehen, verblieb (bzw. es wurde wieder aufgebaut) aber in denselben Räumen des folgenden Projektes ‚Don Quijote‘ aus Mangel an anderen Räumen. Nachdem sich jahrelang in dieser Frage nichts bewegte und zudem das Archiv immer weniger weitergepflegt und quasi nicht genutzt wurde, wurde die Übergabe an das afas beschlossen.

Dass das Archiv der Bewegungen Münsters dauerhaft Münster verlässt wurde nicht von der gesamten linken Szene Münsters gut geheißen. Eine Reihe von Gruppen und Einzelpersonen hätte das Archiv oder zumindest die Münster betreffenden Teile gerne behalten, konnte aber kurzfristig auch keine verfügbaren Alternativen anbieten, so dass der Wegzug zähneknirschend hingenommen werden musste. Diejenigen Materialien, die im afas bereits vorhanden sind (dies war vor allem ein Großteil der Zeitungen und Zeitschriften), konnten aber in Münster bleiben. Außerdem sollen alle weiteren Teile des ‚UWZ-Archivs‘, die Münster betreffen, kopiert bzw. eingescannt werden, damit sie auch in Münster verfügbar sind.

Nach einer kurzen Einlagerungszeit des Reste-Archivs konnte dieses Ende April / Anfang Mai in dem neu entstandenen ‚krachtz‘ in der Nieberdingstraße 8 aufgebaut werden.
Wie weiter? Was ist zu tun?

Es gibt drei große Baustellen im Archiv, an denen gearbeitet werden soll.

1.Weiterführung des Archivs: Die Sammlung der Materialien soll weitergehen. Es wäre daher schön, wenn die Gruppen in Münster regelmäßig ein Exemplar ihrer Plakate, Flyer, Infohefte etc. im Archiv vorbeibringen würden. Dafür gibt es am Anfang der Archiv-Regale eine ‚Kiste für neue Materialien‘. Wenn ihr Zeitungen / Zeitschriften bezieht, von denen ihr denkt, dass sie in das Archiv gehören – schmeißt sie nach dem Lesen nicht weg, sondern fragt nach, ob es sie im Archiv schon gibt und bringt sie vorbei oder schickt sie uns.

Die neuen Materialien müssen dann natürlich auch noch in regelmäßigen Abständen in Ordner sortiert und katalogisiert werden.

2.Lücken füllen: Außer den Zeitschriften sind die meisten münsterspezifischen Sachen (vor allem die losen Materialsammlungen von Flyern, Broschüren etc.) in Duisburg gelandet. Nach genauerer Durchsicht durch das ‚afas‘ nach dem, was sie schon haben oder was doppelt vorhanden ist, kann ein Teil wieder zurückkommen. Den Rest gilt es, für das ‚archiv_münster_linksunten‘ zu vervielfältigen – am besten in digitaler Form. Die Bereiche Antirassismus und Häuserkämpfe sind bereits kurz vor dem Wegzug in ungeordneter Form eingescannt worden.

Eine weitere Lücke ist dadurch entstanden, dass im ‚UWZ-Archiv‘ in den 2000er Jahren kaum noch was gesammelt wurde. An alle Aktivist_innen aus der Zeit daher die Frage: Habt ihr privat noch kleine Archive und mögt ihr die dem ‚archiv-muenster-linksunten‘ vermachen oder sie zur Digitalisierung ausleihen?

3.Katalogisierung: Um im Archiv besser finden zu können, was mensch sucht, braucht es eine neue, bessere Katalogisierung / Neuordnung. Außerdem wurde bereits in langfristiger Perspektive angedacht, das Archiv generell auch zu digitalisieren.

Alles eine Menge Arbeit. Momentan sind die personellen wie finanziellen Ressourcen leider sehr knapp, so dass es wohl eher langsam voran gehen wird. Umso mehr würden wir uns über Deine Mitarbeit freuen.

Wem ‚gehört‘ das Archiv? Wer kümmert sich darum?

Das Archiv ist das Archiv von emanzipatorischen sozialen Bewegungen, von linken und linksradikalen Kämpfen. Es gibt daher keine Institution, keinen Verein und keine Einzelpersonen, die über das Archiv zu bestimmen haben, sondern die Aktivist_innen der emanzipatorischen Kämpfe in Münster haben die Entscheidungen zu treffen. Um grundsätzliche Fragen und Strukturen zu klären, soll es Vollversammlungen geben.

Für die kontinuierliche Pflege des Archivs fühlen sich momentan einzelne Gruppen und Personen sowie das Ladenplenum vom ‚krachtz‘ verantwortlich. Menschen, die das Archiv durch ihre Mitarbeit oder finanzielle sowie Material-Spenden unterstützen möchten, sind sehr willkommen. Zur Kontaktaufnahme wendet Euch an die Email-Adresse: ms_linksunten@web.de

Wie ist das Archiv zu nutzen?

Das Archiv steht in den Räumen des ‚krachtz‘ in der Nieberdingstraße 8, 48155 Münster. Um es zu nutzen, könnt ihr zur Freitagskneipe (jeden Freitag ab 20Uhr) vorbeikommen. Oder ihr sprecht einen Termin ab: ms_linksunten@web.de

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu archiv_muenster_linksunten

  1. Ray Moon sagt:

    Hi!
    Sind eure Räume/ Freitags-kneipe rauchfrei oder RaucherInnen-Club?
    m f G, Ray

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.